EEG-Ausbildung für Ärzte, Kinderärzte, Kinderpsychiater

Bei der Diagnostik von Epilepsien und Enwicklungsstörungen im Kindes- und Jugendalter spielt das EEG eine bedeutsame Rolle. Für Kinder- und Jugendärzte und Kinder- und Jugendpsychiater ist es dabei von großem Vorteil, Elektroencephalogramme selbst abzuleiten und auswerten zu können. Da die Ausbildung in EEG-Diagnostik nicht obligatorisch zur kinderärztlichen und kinderpsychiatrischen Weiterbildung gehört, hat es sich als sinnvoll erwiesen, für Kollegen, die neuro/sozialpädiatrisch, insbesondere epileptologisch tätig sind, spezielle, pädiatrisch orientierte EEG-Kurse einzurichten.

Diese wurden von den z.T. unten genannten Referenten seit 1994 über die Deutsche Akademie für Entwicklungs-Rehabilitation e.V. im Kinderzentrum München mit großem Erfolg durchgeführt. Der Kurs kann ohne Vorkenntnisse besucht werden und ermöglicht durch Unterricht in Kleingruppen rasche Lernfortschritte, so daß am Ende der Ausbildung die Teilnehmer in der Regel zur selbständigen Befundung von EEG's in der Lage sind.

Ab 2001 wurden die Kurse vom Verein "Kinder im Zentrum - Für Kinder e.V." am Kinderzentrum München organisiert.
Ab 2015 findet der Kurs im Josefinum Augsburg statt, da mehrere Referenten des Kurses dort ärztlich tätig sind, moderne digitale EEG-Ableitplätze zur Verfügung stehen und ein großes Patientenspektrum sowohl von neuropädiatrischen, kinder- und jugendpsychiatrischen als auch speziell epileptologischen Patienten betreut wird.

Die Weiterbildung besteht aus zwei 5,5-tägigen Blöcken (Montag bis Samstag) und erstreckt sich über ca. ein halbes Jahr. Diese Aufteilung hat sich als sehr günstig zum zwischenzeitlichen Üben und Umsetzen des Erlernten bei der Auswertung und Befundung des EEG erwiesen.

 

Thema der Ausbildung ist u.a.:

  • Einführung in die neurophysiologischen Grundlagen

  • Gegenseitige selbständige Ableitung von EEG's

  • Physiologische Entwicklung des EEG von Frühgeborenen bis zum Erwachsenen

  • Beschreibung des EEG einschließlich der Provokationsmethoden

  • Normalbefunde

  • abnorme Befunde

  • sicher pathologische EEG-Veränderungen

  • Digitale EEG-Aufzeichnung

  • Langzeit-EEG

  • Video-Doppelbildaufzeichnung

  • evozierte Potentiale

 

Schwerpunkte:

  • EEG bei Epilepsien und epileptischen Syndromen

  • EEG bei infektiösen, nicht-infektiösen und metabolischen Erkrankungen

  • EEG bei genetischen Syndromen

  • EEG bei posttraumatischen Erkrankungen

  • Psychogene Anfälle / Frontallappenanfälle

  • Neugeborenen-Krämpfe

  • Frühgeborenen-EEG einschließlich pathologischer Befunde

  • amplitudenintegriertes EEG (aEEG)

  • Rolando-Epilepsie, verwandte Krankheitsbilder (z.B. ESES-Syndrom, Landau-Kleffner-Syndrom)

  • Wirkungsmechanismus und Anwendung alter und neuer Antikonvulsiva

  • Prächirurgische Epilepsiediagnostik

  • Operationsmöglichkeiten

 

Buchempfehlungen: